ich ziehe um …. Herzinfarkt

D-Day. Mein persönlicher. Ich hatte Freunde, Bekannte und Verwandte nach Hilfe gefragt. Manche sagten ohne nachzudenken zu. Manche mussten noch nachsehen (ich glaube nachfragen trifft es eher). Manche fragte ich erst gar nicht.

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Und ich hatte Sayed gefragt. Sayed ist ein afghanischer Flüchtling der bereits vor der großen Flüchtlingswelle nach Österreich kam. Wir verstehen uns sehr gut und er ist eine Bereicherung für mich und mein Leben. Sofort sagte dieser zu und meinte er könnte noch Helfer mitbringen. Ein bis zwei.

Leider bekam ich einen Kleinlaster nur für Freitag Nachmittag und Abend. Die Helferschar schrumpfte wieder etwas. Aber es blieben genug. Da ich einen Lounger mein Eigen nenne mit den beeindruckenden Maßen von 220 x 156 x 67 cm und rund 90 Kilogramm und sonst schwere Möbel, benötigte ich mehr Helfer als vielleicht üblich. Der Lounger musste über den Balkon abgeseilt werden. Alleine dafür benötigte ich 6 Mann.

Ich liebe Vollholzmöbel. Der Anblick und der Griff. Nicht zu vergleichen mit Möbeln aus furniertem „aufgeschäumten“ Holz. Und ich liebe den Shabby-Look. Das muss jedoch mit einem höheren Gewicht und deutlich höherem Packmaß erkauft werden. Genial wenn sie in der Wohnung stehen. Eine Plackerei, wenn es gilt umzuziehen.

Mittags trudelten die Ersten ein. Meine Schwester. Andreas. Levent. Mathias. Claudia. Peter. Auch mein 77-jähriger Vater. Gegen 15:00 Uhr dann auch Sayed. Mit etwa 7 Afghanen. Das war ein Hallo. Bis dahin war mir Angst und Bang wegen dem Lounger.  Ab da nicht mehr. Gurte angelegt und dann ging es über die Brüstung drei Stockwerke abwärts. Perfekt.

Der Rest war dann nur mehr ein Kinderspiel und Ruck-zuck war die erste Fuhre verladen.

Mein Vater half ebenso. Leider. Eigentlich wollte ich ihn an diesem Tag nicht dabei haben, denn ich wusste, wenn er dabei ist will er auch teilhaben. Wir bemerkten dann, dass es ihm nicht gut ging und immer schlechter. Nach kurzem hin und her hatten wir beschlossen, dass meine Schwester ihn nach Hause fährt.

mein Vater / 2017

Dann der Anruf meiner Schwester von unterwegs. Notarzt rufen!

… und dann …

Leere. Handlungsunfähigkeit. Leere. Verlustangst. Leere. Schuldgefühle. Leere. Verzweiflung. Leere. Zorn auf mich. Leere. Alles gleichzeitig. Leere. Durcheinander.
Leere.

Der Rest war dann nur noch Nebensache. Irgendwie bekamen wir die Fuhre noch fertig und ich eilte ins Spital.

Herzinfarkt.

Leere.
Handlungsunfähigkeit.
Leere.
Verlustangst.
Leere.
Schuldgefühle.
Leere.
Verzweiflung.
Leere.
Alles gleichzeitig.
Durcheinander.
Leere.
Inzwischen geht es ihm wieder besser und er ist auf dem Wege der Besserung ….

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14 Comments

  1. stadtauge

    Ich bin beeindruckt bezüglich deiner Offenheit und der Tragik. Ich hoffe und wünsche, dass es deinem Vater wieder besser geht. Das Bild von ihm sieht sehr beeindruckend und charakterstark aus.
    Alles Gute und liebe Grüße,
    Daniel

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      1. stadtauge

        Lieber Robert! Ich wünsche dir/euch viel Kraft und schöne Momente. Das Leben ist heftig, sonst wär es keines. Aus dieser Heftigkeit heraus entstehen oft Mut, Fantasie, Kreativität und Fotografie. Deine fotografischen Ergebnisse kann man ja hier bei wordpress bestaunen und sich davon inspirieren lassen .lieben Dank dafür, alles Gute, beste Grüße, Daniel

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